Grottenberg & Tempelchen & Japanisches Haus

Foto Verlag Augus Scherl 1906 C: VHP

Fährt man von Uetz kommend über den Königsdamm - die heutige L92 -  nach Paretz, so sieht man ab der Brücke über den Kanal in der Achse der Straße einen künstlichen Hügel. Kurz vor dem Hügel macht die Straße einen leichten Knick nach rechts und führt dann zwischen den Torhäusern hindurch nach Paretz hinein.

 

Auf diesem künstlichen Hügel, dem Grottenberg stand bis zum Abriss 1945 als „point de vue“ ein Japanisches Haus. Um 1970 erfolgten Aufschüttungen im Bereich des versunkenen Tempels und der Grotte.

 

 

Nach langjährigem Bemühen des Vereins Historisches Paretz, Archäologischer Ausgrabung, Planung der Rekonstruktion und nach Zusage von Spenden soll nun im März 2019 mit dem Wiederaufbau der Grotte und des versunkenen Tempelchens begonnen werden, die Fertigstellung ist für Ende 2019 geplant. Das Japanische Haus soll dann in Zukunft noch kommen.

 

Im Fall des Grottenbergs mit dem Japanischen Haus könne, so Adelheid Schendel, von einer Art Begrüßungsarchitektur gesprochen werden, die bei der Anreise aus Uetz stets ihre Wirkung entfaltet habe. Für Adelheid Schendel stellte dieses Haus die „Paretzer Neugierde“ dar, da man in der damaligen Zeit die Kutschen habe kommen sehen. (Paretzer Heft II/2013, Seite 34)

Das Japanische Haus

Der Pavillon hatte einen achteckigen Grundriss, besaß Fensteröffnungen auf drei Seiten und einen Zugang zum Park hin. Man konnte am Schloss vorbei bis zur Paretzer Kirche sehen.

Durch das große Fenster nach Osten blickte man über den hier teichartig erweiterten Kettengraben auf die Chaussee nach Uetz.

Die Grotte

Die Grotte bestand aus einem gemauerten Tonnengewölbe, innen dekorativ mit Naturmaterialien wie Muscheln, Borke und gefärbtem Holz ausgekleidet.

Bei den archäologischen Ausgrabungen 2013, geleitet von Daniela Sigl, wissenschaftliche Volontärin bei der SPSG, u.a. Muscheln mit Bohrungen gefunden.

Der Tempel für Teure Verstorbene

Seitlich etwas versetzt befand sich eine künstliche Tempelruine, versteckt zwischen absichtlichen Anpflanzungen, im Schatten unter einer Knüppelbrücke.

Im Thympanon des dorischen Giebels war eine schwarze Tafel mit der Inschrift „Gedenke der Abgeschiedenen“.

Zunächst wurde hier des früh verstorbenen Bruders des König, des Prinzen Louis gedacht. Später, nach ihrem frühen Tod, war es ein Gedenkort für Königin Luise.

Bei den Ausgrabungen wurden etliche der Giebelteile gefunden, die nun wieder eingebaut werden sollen.

Kettenbrücke über den Graben beim Grottenberg, Paretzer Skizzenbuch

Die sogenannte Kettenbrücke über den Graben beim Grottenberg, die im Paretzer Skizzenbuch dargestellt ist, existiert leider nicht mehr. Von der Brücke, die den Graben an Rande einer Teich-förmig erweiterten Stelle überspannte, genau an der Stelle, wo die Straße leicht nach rechts, auf die Torhäuser zu abknickt, hatte man einen wunderbaren Blick auf den Grottenberg, das Japanische Teehaus, den Schlossgarten und dahinter auf die Gartenseite des Schlosses.